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MF 27.01.2009
Tags: Ethnizität   Nationenbildung  
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Ethnologie / Volkskunde, einseitig bedruckt, Note: 1,7, Universität zu Köln (Instititut für Völkerkunde), Veranstaltung: Ethnizität und Nationenbildung, 27 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: 2001 existierten weltweit 37 Konflikte in 30 Ländern. Alle diese Konflikte waren Bürgerkriege zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen eines Landes. In einigen Ländern wie Indonesien, Indien, Philippinen oder Irak finden zur selben Zeit sogar mehrere intranationale gewaltsame Auseinandersetzungen statt. Das Konzept des Nationalstaates, welches den postkolonialen Ländern in Afrika und Asien, in denen achtzig Prozent der Bürgerkriege stattfinden, aufgedrängt wurde, ist mit der jeweils vorhandenen Multinationalität der artifiziellen Staaten nicht vereinbar. Infolgedessen streben die verschiedenen Nationen des Landes die Anerkennung ihrer eigenen Nationalität und die Bildung eines eigenen Staates an. Multiethnizität und koloniales Erbe bedeuten jedoch nicht zwangläufig Konflikte bei der Nationenbildung. Die Frage, die daraus entsteht, kann also nur wie folgt lauten: Warum ist Nationenbildung darum in einigen Fällen ein konfliktbeladener Prozess und in anderen Fällen nicht? Eine der trotz der Voraussetzungen der Multiethnizität und der kolonialen Erfahrung erfolgreich gebildeten Nationen ist Malaysia. Im Folgenden soll nun dargelegt werden, auf welche Weise Malaysia es schaffte, eine Nation zu bilden ohne in schwerwiegende ethnische Konflikte verwickelt zu werden. Zu Beginn der Ausführung soll jedoch erst einmal der Versuch unternommen werden, den Begriff der Nationenbildung näher zu erläutern sowie die ethnologische Herangehensweise an diesen politologisch und soziologisch gut erschlossenen Begriff eingehend darzulegen. Die Darstellung basiert auf den theoretischen Überlegungen, die von MAAS im Rahmen der Europäischen Hochschulschriften 1994 veröffentlicht worden sind. Das Nationalitätsprinzip ist nach 1918 zu dem dominanten politischen Konzept geworden. Es basiert auf dem Anspruch jeder Nation auf einen eigenen souveränen Staat. In diesem frühen Konzept sollen aufgrund des Selbstbestimmungsrechtes der Völker das Staatsterritorium und das Siedlungsgebiet eines Volkes bzw. einer Nation als idealtypisches Konstrukt deckungsgleich sein. Seit der Durchsetzung dieses Konzeptes werden bis heute daher speziell die Begriffe "Nation" und "Staat" oft synonym verwendet. Leider ist der Begriff "Nation" bislang jedoch noch nicht eindeutig und allgemein anerkannt definiert worden, es existiert vielmehr eine Bandbreite an Definitionen, die dem jeweiligen Untersuchungskontext angepasst sind.
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